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Interview mit dem musikalischen Allrounder und Entertainer

Götz
Alsmann

Götz Alsmann (61) ist Musiker, Entertainer, Moderator, Sänger, promovierter Musikwissenschaftler, seit 2011 Honorarprofessor an der Uni seiner Geburtsstadt Münster und gehört zu den beliebtesten Jazz-Musikern in Deutschland. Der breiten Öffentlichkeit bekannt wurde er durch die TV-Sendung „Zimmer frei“, die er zwischen 1996 und 2016 gemeinsam mit Christine Westermann moderierte. Götz Alsmann hat den Adolf-Grimme-Preis und zweimal den Echo in der Kategorie Jazz gewonnen. Sein Markenzeichen ist neben einer betont eleganten Kleidung seine Haartolle. Derzeit befindet er sich mit seinem Programm „Götz Alsmann ... in Rom“ auf großer Tournee.

 

 

Sie werden als Allrounder oder als Tausendsassa bezeichnet. Wie würde Götz Alsmann sich selbst beschreiben?

Als Unterhaltungskünstler.

 

Wie viele Instrumente spielen Sie?

Es konzentriert sich auf das Klavier. Im aktuellen Programm spielen ich live noch Mandoline. Auf meinen Schallplatten und CDs habe ich noch Banjo, Hawaii-Gitarre, Gitarre, Ukulele, Orgel und Akkordeon gespielt. Zusammenfassend kann man also sagen: Zupfinstrumente und Tasteninstrumente.

 

Wenn Sie die Wahl hätten zwischen Klavier und Ukulele, für welches Instrument würden Sie sich entscheiden?

Natürlich für das Klavier.

 

Radio, Fernsehen oder auf der Bühne stehen? Was macht ihnen am meisten Spaß?

Nach Möglichkeit immer das, was ich gerade mache. Es ja nicht nicht sinnvoll und zweckführend, wenn ich denke, jetzt stehe ich hier auf der Bühne, würde aber lieber Radio machen oder umgekehrt. Man sollte sich immer auf das konzentrieren, was man gerade macht. Dann gelingt es zumeist auch am besten.

 

Sie sind viel auf Tour, gerade aktuell mit dem Programm „Götz Alsmann ... in Rom“, und spielen in großen und kleinen Städten. Kleine oder große Bühne – wo liegt Ihre Vorliebe?

Einige der größten Lokalitäten wie beispielsweise die Kölner Philharmonie oder die Alte Oper in Frankfurt können auch intim sein. Es ist immer die Frage, wie die Architektur beschaffen ist. Die Bauweise ist eigentlich wichtiger als die Größe. Man fühlt sich in der Kölner Philharmonie trotz der 2500 Plätze mit dem Publikum eng verbunden. Dagegen gibt es kleine Hallen, die mitunter völlig unpersönlich sind. Wir haben Favoriten in jeder Größe. Es gibt beispielsweise die Mainzer Kammerspiele. Das ist ein kleines Theater und dort spielen wir zwei, drei Tage am Stück. Das ist aber auf seine Weise genauso toll wie die Kölner Philharmonie, das Gewandhaus in Leipzig oder das Prinzregententheater in München.  Wichtig ist die Bindung zum Publikum.

„Allerdings muss ich sagen, dass der „Krawattenmann des Jahres“ die wichtigste Auszeichnung für mich war.“

Rom war nach Paris und der Broadway in New York die dritte Station Ihrer musikalischen Reisen. Was sind Sie auf die Idee gekommen?

Das war in Paris. Es machte so viel Spaß, in einem so historischen Studio zu arbeiten, dass wir dachten, das könne doch nicht alles gewesen sein. Die Idee, eine Trilogie daraus zu machen, ist also erst entstanden, während wir das Paris-Programm gespielt haben.

 

Ist mit Rom Ihre musikalische Reise beendet?

Ja. Wenn man das zu sehr auswalzt, wird es eine doch etwas ermüdende Masche. Man beginnt, krampfhaft nach weiteren Städten und nach weiteren Studios zu suchen, die unter Umständen gar nicht mehr so richtig ins Konzept passen.

 

Sie haben bereits viel von der Welt gesehen. Haben Sie einen Lieblingsort auf dieser Welt?

Privat reise ich ja quasi überhaupt nicht, meist bin ich beruflich unterwegs. Ich fand die Reisen für die Musik nach Paris, Rom und New York schon sehr schön und aufregend. Aber das war ja zu Arbeitszwecken. Ich bin kein versierter oder ambitionierter Tourist.

 

Sprechen wir über Münster. Im Gegensatz zu Ute Lemper, die ebenfalls in Münster geboren wurde, dann aber in die weite Welt zog, sind Sie Münster treu geblieben? Was macht diese Stadt eigentlich so lebenswert?

Ich habe die besondere Atmosphäre und Stimmung dieser Stadt schon immer sehr geschätzt. Münster ist eine Stadt, in der es brummt und brodelt und in der gleichzeitig auch ein großer Bürgersinn vorhanden ist, wie ich finde. Den Leuten ist die Stadt nicht egal, und das kann man auch sehen. Münster ist eine Studentenstadt und auch eine Verwaltungsmetropole. Münster ist aber auch eine urwestfälische und traditionsreiche Stadt mit ländlicher Anbindung. Hier stoßen Welten aufeinander, die vordergründig unvereinbar erscheinen mögen. Aber irgendwie ist immer gelungen, die verschiedenen Stränge gut miteinander zu verknüpfen.

 

Sie sind Fan des Fußball-Clubs SC Preußen Münster, der in der 3. Liga spielt. Wie kam es dazu?

Ich habe eigentlich erst mit 40 Jahren angefangen, mich intensiv mit Fußball zu beschäftigen. Ausschlaggebend war, als Otto Rehhagel Kaiserslautern zurück in die Bundesliga führte und direkt die Meisterschaft holte. Das hat mich damals sehr fasziniert. Ich habe erst dann angefangen, mich auch für das Drumherum zu interessieren. Und wenn man in einer Stadt einen so alten und traditionsreichen Club hat, dem das fußballerische Glück in den letzten Jahrzehnten leider nur selten hold war, dann geht man einfach hin. Hinzu kam, dass ein guter Freund zwischenzeitlich Präsident war und das Stadion bei mir um die Ecke liegt. So fügte sich alles zusammen. Und plötzlich zieht man sich was Grünes an, wenn man ins Stadion geht. Mittlerweile ist es längst zu einer Leidenschaft geworden.

 

Sie haben schon einige Preise und Auszeichnungen bekommen. Gibt es einen, der eine besondere Bedeutung für Sie hat?

Am verblüffendsten für mich war der erste Echo 2004. Damit hatte ich so gar nicht gerechnet. Auch nicht mit dem Grimme-Preis. Allerdings muss ich sagen, dass der „Krawattenmann des Jahres“ die wichtigste Auszeichnung für mich war. Weil es genau der Preis war, den ich den mein Leben lang haben wollte, schon als Kind. Der erste Krawattenmann war in der 60er Jahren Hans-Joachim Kulenkampff, den ich immer ganz großartig fand. Dann hat Dieter Kürten in den 70ern den Preis bekommen. Der machte seine Krawatte nicht einmal richtig zu und wurde trotzdem Krawattenmann. Da habe ich mir endgültig gesagt: „Den Preis muss ich unbedingt bekommen.“ Und tatsächlich wurde ich 2004 Krawattenmann des Jahres. Damit ging für mich ein Kindheitstraum in Erfüllung.

 

War Musiker zu werden ebenfalls ein Kindheitstraum?

Das war ein Traum, der schon ganz früh wahr wurde. Ich habe mit acht Jahren angefangen, Klavier zu spielen und bin auch schon sehr bald auf den einschlägigen Veranstaltungen aufgetreten. Mit 15 war ich das erste Mal auf Tournee, mit 17 habe ich die erste Platte gemacht. Es war also nichts, das in unerreichbarer Ferne lag, über das man Tag und Nacht nachdachte und sich sagte: „Das müsstest du auch mal machen.“ Ich habe es einfach gemacht.

 

Gibt es eine Fortsetzung Ihrer TV-Sendung „Götz Alsmann-Show“?

Mein Sender und ich stehen in einem regen Austausch. Schauen wir mal, mit was es wie weitergeht.

 

Eine haarige Frage zum Schluss. Wie bekommt man so eine Frisur täglich hin?

Mit Routine und einem guten Haarschnitt.

 

Götz Alsmann auf Tour in Westfalen

06.10.2018  Soest – Stadthalle Soest

04.01.2019  Paderborn – PaderHalle

Weitere Tourtermine in Deutschland finden Sie unter www.goetz-alsmann.de

 

 

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