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Ein Leben für den Fußball

Interview mit Silvia Neid, der Grande Dame im deutschen Frauenfußball

Silvia Neid (54), die in Walldürn im Odenwald geboren wurde, Mitte der 1980er-Jahre ins Siegerland kam und seit 1997 in Wilnsdorf wohnt, gilt als Grande Dame im deutschen Frauenfußball. Als Spielerin, Co-Trainerin und Bundestrainerin hat sie alles erreicht. Sie war unter anderem an allen acht EM-Titeln Deutschlands beteiligt, holte zwei Weltmeistertitel und als krönenden Abschluss vor zwei Jahren die Goldmedaille bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro. Zudem wurde sie dreimal zur Welttrainerin des Jahres gekürt und mit dem Bundesverdienstkreuz sowie mit dem Silbernen Lorbeerblatt ausgezeichnet. Seit Herbst 2016 leitet Silvia Neid die neue Scoutingabteilung Frauen- und Mädchenfußball beim Deutschen Fußballbund (DFB).

 

Sie haben in Ihrer Laufbahn alles gewonnen, was es zu gewinnen gab. Gibt es einen Titel, der für Sie eine besondere Bedeutung hat?

Jeder gewonnene Titel ist natürlich etwas ganz Besonderes. Sehr emotional war für mich der Gewinn der Goldmedaille bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro 2016. Bereits vor dem Finalspiel war klar, dass ich in Rio zum letzten Mail als Trainerin der Frauen-Nationalmannschaft am Seitenrand stehen würde. Das letzte Turnier als Trainerin mit einem Sieg zu beenden, hat natürlich eine besondere Bedeutung. Ein weiterer Titel, an den ich mich gerne zurückerinnere, ist die Titelverteidigung bei der WM 2007. Beim Titelgewinn vier Jahre zuvor in den USA war ich Co-Trainerin von Tina Theune. Diesen Titel als Cheftrainerin bei der nächsten Weltmeisterschaft zu verteidigen, hat mir sehr viel bedeutet. Wobei ich die anderen gewonnenen Titel natürlich nicht missen möchte: Jeder Titelgewinn bringt einzigartige Erinnerungen mit sich, an die ich gerne zurückdenke.

 

Mit gerade einmal 19 Jahren haben Sie ihre Heimatstadt Walldürn verlassen. Mit 21 folgte der Umzug ins Siegerland, wo Sie heute noch leben. Was schätzen Sie am Siegerland, speziell an Wilnsdorf?

An Wilnsdorf schätze ich die landschaftliche Umgebung, die damit verbundene Ruhe, meine Nachbarn und die schnelle Autobahnanbindung. Wie Sie schon gesagt haben, lebe ich seit meinem 21. Lebensjahr im Siegerland. In dieser Zeit habe ich viele Freunde gefunden, die auch dazu beigetragen haben, dass das Siegerland im Laufe der Jahre mein Zuhause geworden ist.

 

Wie oft sind sie noch in Walldürn?

Ungefähr alle vier Wochen.

„Ich bin froh darüber, weiterhin meinen Teil dazu beitragen zu können, dass in Deutschland erfolgreicher Frauenfußball gespielt wird. “

In Ihrem Leben scheint sich alles um Fußball zu drehen. Wenn Sie sich einmal nicht mit Fußball beschäftigen, mit was beschäftigen Sie sich dann?

In meiner Freizeit beschäftige ich mich gerne mit Dingen, bei denen ich abschalten kann und den Kopf frei kriege: Freunde treffen, Essen gehen, in Ruhe ein Buch lesen oder eine Runde Golf spielen.

 

Sie haben im Frauenfußball ohne Zweifel Pionierarbeit geleistet. Findet diese nun in Ihrer neuen Rolle beim DFB ihre Fortsetzung?

Wir haben in den letzten Jahren gemerkt, dass sich viele Nationen im Frauenfußball spielerisch enorm weiterentwickelt haben und nun darauf drängen, ebenfalls Teil der Weltspitze zu sein. Damit der deutsche Frauenfußball weiterhin zum Besten der Welt gehört, müssen wir den anderen Nationen gegenüber immer einen Schritt voraus sein. Das gelingt, indem wir an verschiedenen Stellschrauben drehen. Eine davon ist mein neuer Job, in dem es vorrangig um die Weiterentwicklung des deutschen Frauenfußballs und der Frauen-Nationalmannschaft geht. Ich bin froh darüber, weiterhin meinen Teil dazu beitragen zu können, dass in Deutschland erfolgreicher Frauenfußball gespielt wird.

 

Auch in ihrer neuen Aufgabe sind Sie viel unterwegs. Wie oder wobei können Sie sich am besten entspannen?

Bei mir zu Hause und auf dem Golfplatz kann ich sehr gut entspannen. In der neuen Tätigkeit ist es meine Aufgabe, Trends im Frauenfußball aufzuspüren. Dabei bin ich nicht mehr so viel unterwegs wie in meiner Funktion als Bundestrainerin. Solange sich die Reisetätigkeiten in Grenzen halten und ich zwischendurch Zeit habe, meinen Kopf im Siegerland frei zu bekommen, reise ich gerne und kann es auch genießen.

 

 

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