„Tourismus für Alle“

Mit Hinblick auf den demografischen Wandel und auf die steigende Anzahl von Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen ist die Entwicklung barrierefreier Reiseangebote sehr wichtig. „Tourismus für Alle“ wird immer mehr zu einem Qualitätsmerkmal.

In ­einem gemeinsamen Projekt mit dem „Deutschen Seminar für Tourismus ­Berlin“ (DSFT) und der „Nationalen ­Koordinierungsstelle Tourismus für Alle e.V.“ (NatKo) sollen neue barrierefreie Reiseangebote bundesweit entwickelt sowie ein einheitliches System aufgebaut ­werden, um bestehende Angebote zu erfassen und zu zertifizieren. Das neue, bundesweit einheitliche Kennzeichnungssystem „Reisen für Alle“ ­liefert Gästen detaillierte und geprüfte Informationen. Bereits jetzt gibt es in Nordrhein-Westfalen zahlreiche barrierefreie Touris­mus­angebote.

Der Teutoburger Wald ist mit rund zwei Dutzend Heilbädern und Kurorten ein traditionelles Ziel für Gesundheitsurlaube. Viele Gästehäuser, Parks und Ausflugsziele sind deshalb seit jeher barrierefrei und ermöglichen älteren Gästen, Familien und Menschen mit Mobilitätsbeeinträchtigung spannende und entspannende Urlaubserlebnisse. Auch die weltbekannten Externsteine in Horn-Bad Meinberg und das Freilichtmuseum Detmold lassen sich per Rollstuhl leicht besuchen. Im Kurpark von Bad Salzuflen und am Wanderweg rund um Schloss Gehrden ­bieten ­Tafeln mit Braille-Schrift Gästen mit Sehbehinderung Informationen und Orientierung. Ein Besuch des ­Großen Torfmoors bei Lübbeke ist mittlerweile auch mit Handicap möglich. Quer durchs Torfmoor führt ein drei Kilometer langer Erlebnis-Pfad, der auch mit Kinderwagen oder Rollstühlen befahrbar ist.

Das Münsterland hat ebenfalls viel zu bieten. Ein barrierefreier Aktivurlaub mit Rad oder Pferd ist durch Aufstiegsrampen für Rollstuhlfahrer, speziellen Sicherheitsschleusen an Kreuzungen oder barrierefrei ausgestatteten Reit- und Raststationen gewährleistet. Vögel beobachten, das ist normalerweise auch für Rollstuhlfahrer oder Familien mit Kinderwagen schwierig. In den ­Rieselfeldern wurden deshalb die ­vorhandenen Beobachtungspunkte mit Rampen versehen, dazu sind wei­tere neue barrierefreie Beobachtungspunkte entstanden. Während der sonntäglichen Ausstellung am Rieselfeldhof oder in Absprache mit der Biologischen Station werden Rollstühle und ein Rollfiets, eine Art Tandem aus Rollstuhl und Fahrrad, verliehen.

In Münster werden nicht nur fachkundige Führungen von Gehörlosen für ­Gehörlose angeboten. Blinde Gäste können sich zudem am Bronzemodell am Prinzipalmarkt einen Eindruck von Giebelhäusern, Historischem Rathaus, Dom und Lambertikirche verschaffen. Die Führung „Bielefeld sinnvoll erleben“ wurde speziell für sehbehinderte und blinde Menschen konzipiert. Sie führt durch die Bielefelder Altstadt und spricht besonders die haptische Wahrnehmung der Teilnehmer an. Ein großes Bronze-Tastmodell am Alten Markt verschafft eine Vorstellung vom Stadtbild.

Bild – Aufzählung: Menschen mit Gehbehinderung – Rollstuhlfahrer – Menschen mit Hörbehinderung – Gehörlose Menschen – Menschen mit Sehbehinderung – Blinde menschen – Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen

Ein besonderes Angebot hält der Kreis Steinfurt mit dem integrativen Reitweg bereit. Der breite, zu allen Jahreszeiten gut bereitbare Weg ist in unterschiedlich lange Wegabschnitte unterteilt und an die rund 1000 Kilometer lange Münsterland-Reitroute angeschlossen. Die Stationen des Reitwegs verfügen über Parkmöglichkeiten für Auto und Anhänger, einige haben Rampen zum Aufsitzen und behindertengerechte Toiletten.

Mehr Informationen gibt es in der ­Broschüre „Barrierefreier Tourismus in NRW, herausgegeben von Tourismus NRW.