ÖPNV-Themen aus aller Welt

Schmalspur-Abenteuer im Nordwesten Indiens

Indien ist ein Land voller Gegensätze: pulsierende Städte, leuchtend grüne ­Reisfelder, weiße Bergriesen, steil abfallende Täler und breite Flüsse. Und dieses Land hat auch für Eisenbahnfans eine ganze Menge zu bieten: beispielsweise ­eine Fahrt von Kalka nach Shimla, die vor nahezu 120 Jahren eröffnet wurde. Eine Besonderheit dieser Strecke im Nordwesten des Landes ist die Spurbreite, die nur 762 Millimeter misst. ­Damit gehört sie zur Kategorie Schmalspurbahnen, die aufgrund der Spurweite und der relativ geringen Anzahl von Wagen auch „Toy Trains“ genannt werden.

Die in den Ausläufern des Himalayas auf etwa 2.100 Metern gelegene Stadt Shimla war seit Mitte des 19. Jahrhunderts „Sommerhauptstadt“ der Regierung Britisch-­Indiens. Ende des 19. Jahrhunderts wurde im Auftrag der ­britischen Kolonialregierung die Bahnstrecke gebaut, um den Transport zwischen Delhi und Shimla zu vereinfachen und zu ­beschleunigen. Am 9. November 1903 wurde die Strecke offiziell eröffnet und ist ein Meisterwerk britischer Ingenieurskunst.

Auf einer Distanz von 96,5 Kilometern überwindet die Eisenbahnstrecke einen Höhenunterschied von 1420 Metern. ­Es gibt insgesamt 919 Kurven und 864 Brücken – viele davon sind Viadukte – sowie 102 Tunnel. Der längste Tunnel bei Barog ist 1.140 Meter lang. Es geht gemächlich zu. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 25 Kilometer pro Stunde. Insgesamt dauert die Fahrt etwa fünf bis sechs Stunden. ­Dabei werden 18 meist kleinere Bahnhöfe passiert beziehungsweise durchfahren.

Die Strecke von Kalka nach Shimla ist zwar eine reguläre Bahnstrecke von ­Indian Railways, die Fahrt allerdings bei Touristen aufgrund der spektaku­lären Streckenführung und des großartigen Panoramas außerordentlich beliebt. Täglich verkehren bis zu sieben Zugpaare auf der Strecke. Personen­züge bestehen in der Regel neben der Diesel-­Lokomotive aus bis zu sechs Reisezugwagen. Die meisten Touristen nutzen entweder den luxuriösen „Shivalik Deluxe Express“ (mit Bordservice) oder die „Himalayan Queen“ (normale Sitzwagen, ohne Bordservice). Zudem fährt einmal täglich ein Schienenbus mit Glasdach.

Die Strecke ist eingleisig, an mehreren Bahnhöfen erfolgt die Weiterfahrt erst nach dem Eintreffen des Gegenzugs. Die entstehenden Wartezeiten ermög­lichen es, Getränke und Snacks von Händlern außerhalb des Zugs zu erwerben.

2008 wurde die Bahnstrecke in das Weltkulturerbe der UNESCO aufgenommen. Sie wird dort gemeinsam mit der „Darjeeling Himalayan Railway“ und der „Nilgiri Mountain Railway“ als Welter­bestätte ­Gebirgseisenbahnen in Indien geführt.

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