Für Fahrgäste in Westfallen-Lippe

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Der Schienenverkehr rüstet sich für die Zukunft

Das Streckennetz der Bahn gehört zu einem der frequentiertesten und modernsten in Europa. Deshalb und vor allem damit es auch so bleibt, sind immer wieder entsprechende Modernisierungsarbeiten notwendig. Manche Baumaßnahmen sind umfangreicher wie beispielsweise im Großraum Bielefeld oder in Münster, andere wiederum schränken den Verkehr nur kurzfristig ein. Was aber bei allen Bauprojekten identisch ist: Die beteiligten Partner entwickeln bereits frühzeitig ein Konzept, um die Einschränkungen für die Fahrgäste so gering wie möglich zu gestalten.

Baustelle Großraum Bielefeld – Maßnahmenpaket des NWL greift

Seit Mitte Juni werden im Großraum Bielefeld drei Eisenbahnbrücken in zwei Bauabschnitten saniert. Die erste Bau-phase dauert bis Mitte März 2019, die zweite schließt sich direkt an und endet Mitte Oktober 2019. Ab Mitte März 2019 planen die DB-Netze zusätzliche Baumaßnahmen im Raum Lage (Lippe). Drei Zug-linien sind aktuell massiv betroffen: Die RB 74, RB 75 und RE 82 sind auf einem Teilabschnitt ab Bielefeld Hbf gesperrt. Rund eineinhalb Jahre müssen viele Fahrgäste also mit teilweise starken Beeinträchtigungen rechnen. Um diese so gering wie möglich zu halten, hat der Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) zusammen mit den Verkehrsunternehmen NordWestBahn und eurobahn ein umfassendes Maßnahmenpaket geschnürt.

 

Ersatzverkehre: Initiiert und finanziert vom NWL wurden umfangreiche Ersatzverkehre eingerichtet. Die Ziele: möglichst wenig Zeitverlust, der Erhalt des gewohnten Taktangebotes und ein barrierefreier Reiseweg. Es kommen ausschließlich moderne, klimatisierte Niederflurbusse zum Einsatz. Damit die Fahrgäste am Hauptbahnhof Bielefeld schnell und komfortabel zu den Ersatzbussen gelangen, wurden auf Initiative des NWL außerdem bauliche Anpassungen vorgenommen: An der Rückseite des Bahnhofs, am sogenannten „Boulevard“, wurden der Haltebereich für die Ersatzbusse neu gestaltet und Wartehäuschen aufgebaut. Zusätzlich ist der Zugang vom Gleis 8 zu den Haltstellen baulich vereinfacht worden.

 

Kundeninformation: Damit die Kunden schnell und einfach an die nötigen Informationen kommen, setzen die Beteiligten unter Federführung des NWL auf eine gemeinsame Kommunikation. Auf der vom NWL eingerichteten Website www.baustellenfahrplan-owl.de sind alle wichtigen Informationen gebündelt. Zudem gibt es unter der Telefonnummer 0800 0007711 eine kostenlose Baustellen-Hotline. Zur besseren Orientierung der Kunden wurde eine gemeinsame optische Klammer entwickelt: Ob in der Wegeleitung an den Haltepunkten, auf Plakaten oder den Ersatzfahrplänen der Verkehrsunternehmen: Wo der auffällige SEV-Farbton und bestimmte optische Elemente wie ein Flatterband oder der durchgestrichene Zug auftauchen, finden die Kunden Informationen zu den Ersatzangeboten. Ebenfalls im Einsatz: Das Maskottchen Peter Pylon, das eigens für die lange Baustellenzeit entwickelt wurde.

 

Treueaktion: Dem NWL liegen die Stammkunden sehr am Herzen. Deshalb wurde gemeinsam mit eurobahn und NordWestBahn die Treueaktion Baustelle initiert. NordWestBahn und eurobahn zahlen Abokunden, die ihr Abo acht Monate während der Bauarbeiten behalten, als Dankeschön für ihre Treue zwei Monate zurück. Die Aktion kommt gut an. Ende August lagen bei der OWL Verkehr, bei ihr liegt die Abwicklung der Aktion, bereits mehr als 700 Anträge vor. Die erfolgreiche Maßnahme wird übrigens während der zweiten Baustellenphase fortgesetzt. Informationen sowie die Möglichkeit der Online-Teilnahme gibt es unter www.baustellenfahrplan-owl.de

 

Fazit: Die Zusammenarbeit der Partner funktioniert. Es findet nicht nur ein regelmäßiger Austausch statt, sondern auch regelmäßig eine kritische Überprüfung. Denn mitunter zeigt erst der laufende Betrieb, wo es hakt. So wurde beispielsweise auf Anregungen von Fahrgästen die Wegeleitung an verschiedenen Standorten nachgebessert. Insgesamt zeigt sich, dass sich die vielen Maßnahmen gelohnt haben.

 

Bauarbeiten Dortmund – Hamm abgeschlossen

Etwa zwei Monate war die Hauptverkehrsstrecke Dortmund – Kamen – Hamm wegen Bauarbeiten gesperrt. Gleisarbeiten auf einer Strecke von etwa 24 Kilometern, der barrierefreie Ausbau von vier Stationen für den Rhein-Ruhr-Express sowie zahlreiche kleinere begleitende Maßnahmen erforderten diese Vollsperrung.

 

Da allein im Nahverkehr sind täglich über 20.000 Reisende auf der regulären Strecke unterwegs sind, wurde in enger Zusammenarbeit der Aufgabenträger VRR und NWL mit den Verkehrsunternehmen eurobahn und DB Regio bereits früh ein Konzept für den Ersatzverkehr entwickelt, das möglichst viele Reisewünsche weiterhin erfüllen konnte. Das Konzept für den Ersatz-verkehr war erfolgreich. Mit der Umleitung der Linien RE 1 und RE 3 über die Güterstrecke durch Bergkamen sowie der Linie RE 11 von Bochum über Dortmund-Hörde und Unna nach Soest sind rückblickend Alternativen gefunden worden, die sich bewährt haben. Mit Ersatzhalten für die entfallenden Stationen (wie z. B. Kamen) an den Umleitungsstrecken und erweiterten Busverbindungen blieben
die Fahrzeitverlängerungen für Tausende Reisende trotz der Großbaustelle im Rahmen des Erträglichen.

 

Ein umfangreicher Busfahrplan zur Bedienung der Zwischenstationen im Schienenersatzverkehr ergänzte den Fahrplan zu einem erfolgreichen Konzept.

Baumberge-Bahn zwischen Münster-Roxel und Münster Hbf fährt wieder

Nahezu sechs Monate mussten sich Fahrgäste der „Baumberge-Bahn“ (RB 63) auf dem Abschnit zwischen Münster Hauptbahnhof und Münster-Roxel in Geduld üben und auf einen Schienenersatzverkehr ausweichen. Anfängliche Startschwierigkeiten konnten dabei kurzfristig gelöst werden. Zudem konnten die Fahrgäste von Coesfeld nach Münster alternativ mit Ihrem Ticket ohne Aufpreis und ohne große Fahrzeitverlängerung mit der RB 51/RE 2 über Dülmen fahren. Seit Anfang August rollen die Züge wieder planmäßig.

 

Grund für die Sperrung der Strecke war der Beginn einer umfangreichen Baumaßnahme, bei der die Bahnübergänge „Heroldstraße“ und „Galgenheide“ durch eine Straßenunterführung ersetzt werden. Die umfangreichen Veränderungen im Bereich der Gleisanlagen wurden auch zur Erneuerung der Gleis- und Signaltechnik genutzt. Im Zuge dieser Bauarbeiten startete die Deutsche Bahn (DB) zudem die Reaktivierung der Station Mecklenbeck, die mit einem neuen Bahnsteig von 120 Metern Länge im Dezember wieder in Betrieb gehen wird. Dank der gewissenhaften Vorbereitung und der guten Zusammenarbeit der beteiligten Partner ist die Baumaßnahme gut verlaufen.

 

Wenngleich viele Bauarbeiten erledigt werden konnten, wird es im Laufe des Jahres noch weitere kürzere Sperrungen geben müssen, die den Verkehr der RB 63 einschränken werden. Mehr Informationen dazu finden Sie in Kürze unter www.nwl-info.de/muenster

Nahverkehrsunternehmen starten landesweite Kampagne

Eine der größten Herausforderungen, vor der die Bahnbranche in den kommenden Jahren steht, ist der demografische Wandel und der damit einhergehende Fachkräftemangel. 40 Prozent der heute in den Verkehrsunternehmen Beschäftigten gehen bis zum Jahr 2027 in den Ruhestand. Am gravierendsten ist die Situation in der Berufsgruppe der Lokführer: Hier ist die Fluktuation besonders hoch, und es gibt zu wenig Nachwuchskräfte. Die Folgen sind Zugausfälle im ganzen Bundesland.

 

Die Bemühungen, qualifiziertes Personal zu gewinnen und langfristig zu binden, rücken daher zunehmend in den Fokus der Verkehrsunternehmen: Bis zum Jahr 2020 planen die deutschen Nahverkehrsunternehmen rund 30.000 Neueinstellungen, so das zentrale Ergebnis des Gutachtens „Arbeitsmarkt Öffentlicher Verkehrsunternehmen“ (VDV).

 

Die sieben Eisenbahnverkehrsunternehmen in NRW sind sich einig, dass die Branche das Problem Personalmangel
nur gemeinsam lösen kann. Bereits vor einem Jahr haben sich Abellio Rail NRW, DB Regio NRW, eurobahn, National Express, NordWestBahn, Regiobahn und WestfalenBahn im Rahmen der Initiative „Agenda Bahnen NRW“ zusammengeschlossen, um das Mobilitätsangebot des Landes zu stärken und ein zuverlässiges, flächendeckendes System zu schaffen. Vor dem Hintergrund des Lokführermangels starten sie nun gemeinsam eine landesweite Kampagne, die vor allem berufserfahrene Facharbeiter und Quereinsteiger ansprechen soll.

 

Die Vorteile und Perspektiven der Branche als Arbeitsmarkt werden weithin unterschätzt, denn die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Entwicklungen (Stichworte: Mobilitätsentwicklung, Umwelt und Nachhaltigkeit, Suche nach Stabilität, Rekommunalisierung, u. a.) sprechen im Grunde für die Verkehrsbranche.

 

Die Eisenbahnverkehrsunternehmen in NRW bilden derzeit verstärkt Quereinsteiger zum Triebfahrzeugführer oder Kundenbetreuer aus. Eine Umschulung ist auch im höheren Alter möglich. Voraussetzung ist eine abgeschlossene Berufsausbildung – als Kundenbetreuer vorzugsweise im Servicebereich; als Lokführer vorzugsweise im gewerblich-technischen Bereich. Wer die Qualifizierung erfolgreich abgeschlossen hat, profitiert von den vielen Vorteilen, die die Bahnbranche zu bieten hat. Dazu gehören ein langfristig sicherer Arbeitsplatz, attraktive Konditionen, ein heimatnaher Einsatz sowie individuelle Weiterbildungen mit vielfältigen Qualifikationsmöglichkeiten.

 

 

Kollegen gesucht – Keolis bildet aus

165 potenzielle neue Kolleginnen und Kollegen erhalten in diesem Jahr die Möglichkeit, nach absolvierter Prüfung für die Fahrgäste im Einsatz zu sein. In Zusammenarbeit mit dem Kolping Bildungswerk Hamm und dem MEV (Mannheimer Eisenbahnverkehr) bietet Keolis eine fundierte Qualifizierung zum Triebfahrzeugführer. „Ausbildung, Weiterentwicklung und Qualifizierungsprogramme sind für uns die Basis, jungen Menschen sowie auch Quereinsteigern eine zukunftssichere berufliche Perspektive zu bieten“, sagt Astrid Wessels-Tschöke, Teamleitung Recruiting/Ausbildung und Training Keolis Deutschland.

 

Während der elfmonatigen Qualifizierung werden die künftigen Triebfahrzeugführer Themen wie Bahnbetrieb, Rangieren, Bremstechnik sowie Wagenkunde lernen und auf die theoretische Zwischenprüfung intensiv vorbereitet. Nach rund acht Monaten beginnt das Fahrtraining auf der Schiene; vorab erfolgt ein Simulationstraining und eine zehntägige Fahrzeugausbildung, die mit einer Prüfung endet. Ähnlich wie bei einer klassischen Fahrschule beginnt der Praxisteil mit einfachen Übungen und wird sukzessive gesteigert. „Unsere Triebfahrzeugführer befördern tagtäglich mehrere tausend Fahrgäste. Konzentration, Stressresistenz und innere Ruhe sowie Ehrgeiz sind der Schlüssel zum Abschluss einer erfolgreichen Qualifizierung“, erklärt Astrid Wessels-Tschöke.

 

Grundsätzlich können sich alle Interessierten ab dem 20. Lebensjahr bewerben. Eine Endaltersbeschränkung gibt es nicht. Keolis prüft jede eingehende Bewerbung. Zum endgültigen Auswahlverfahren sowie zur finalen Ausbildungserlaubnis müssen die Bewerber eine medizinische und psychologische Tauglichkeit nachweisen. Die Untersuchungen erfolgen über die vom Eisenbahnbundesamt akkreditierten Mediziner. Bis Dezember werden noch sieben Kurse an den Ausbildungsstandorten in Bielefeld, Hamm, Essen und Witten angeboten. Die Teilnehmerzahl ist je Kurs auf 15 Bewerber beschränkt.

 

Informationen zur Ausbildung und Terminen, Bewerbungsverfahren sowie eine Gehaltstabelle finden alle Interessierten online unter http://einfach.keolis.de, per E-Mail unter einfach@keolis.de sowie telefonisch unter 02381/96 96 100.
Astrid Wessels-Tschöke: „Wir nehmen ganzjährig Bewerbungen an.“

Alle freien Stellen und Angebote für Quereinsteiger der sieben Eisenbahnverkehrsunternehmen in NRW gibt es auf den jeweiligen Karriereseiten:

Abellio, Deutsche Bahn, eurobahn, HLB Bahn, National Express, NordWestBahn, RegioBahn
und
Westfalenbahn

Grenzüberschreitende Beratung in der RB 51

Eine ganz besondere Aktion gibt es am Dienstag, 2. Oktober, im Zug der RB 51, der zwischen Dortmund und dem niederländischen Enschede verkehrt. Dort gibt es Informationen zum Wohnen, Studieren und Arbeiten im Ausland. Zweimal wird der Zug zwischen Enschede und Dortmund pendeln. Die Abfahrtszeiten in Enschede sind 8.02 und 13.02 Uhr, in Dortmund um 10.52 und  15.52 Uhr.

 

Grenzüberschreitende Mobilität wird immer wichtiger, denn der Arbeitsmarkt hört an der Grenze nicht auf. Deshalb wurde bewusst der Zug der RB 51 gewählt. Bevor man jedoch ins Ausland geht, ist es wichtig, sich über die Bedingungen und nötigen Versicherungen zu informieren. Dabei gibt das Büro GrensWerk Gronau (Werkplein Twente, UWV, Euregio und die Agentur für Arbeit) mit seinen EURES (European Employment Services) Spezialisten die richtige Hilfestellung. Im Zug werden die Expertinnen und Experten alle wichtigen Fragen beantworten.

 

 

Für Fahrgäste in Westfallen-Lippe

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