Karrierestart im Nahverkehr

Alle Bahnunternehmen in NRW suchen zurzeit händeringend Personal, insbesondere Lokführer, Zugbegleiter oder Kundenbetreuer. Ein Grund dafür ist der demografische Wandel. Den Per­sonalmangel bekommen inzwischen auch die Fahrgäste zu spüren: Landesweit müssen immer häufiger ganze Zugverbindungen ausfallen, weil Lokführer oder Zugbegleiter erkrankt sind. Um neue Mit­arbeiter und Mitarbeiterinnen zu gewinnen, arbeiten die Bahnunternehmen in NRW eng zusammen und haben unter anderem mit der „Jobparade“ eine gemeinsame Kampagne ins Leben gerufen.

Unterstützt wird die „Jobparade“ durch Guildo Horn. „Der Nah­verkehr auf der Schiene macht Millionen Menschen ­mobil. Gleichzeitig bietet die Branche umweltfreundliche Mobilität und zukunftssichere Arbeitsplätze. Für mich ist diese Kampagne deshalb eine Herzensangelegenheit“, erklärte der Entertainer.

Die Branchenkampagne ist Teil des Programms „Fokus Bahn“, mit dem das Land Nordrhein-Westfalen, die drei NRW-Aufgabenträger NWL, VRR und NVR sowie die Eisenbahnverkehrsunternehmen die Situation im Schienenpersonennahverkehr (SPNV) verbessern wollen. Das Programm, das im Januar startete und drei Jahre läuft, beinhaltet aktuell fünf Projekte. Sie sollen eine kundenorientierte Angebotsqualität im SPNV in NRW nachhaltig sichern.

  1. Das Projekt Fokus Fahrgast erarbeitet das Konzept einer unternehmensübergreifenden Verkehrskoordination und Fahrgastinformation.
  2. Das Projekt Fokus attraktiver Arbeitgeber entwickelt Maßnahmen zur Stärkung des Arbeitgeber-Images der Branche.
  3. Das Projekt Fokus gemeinsame Qualifizierung erarbeitet Maßnahmen zur Erhöhung der Ausbildungszahlen und Steigerung der Ausbildungseffektivität durch Vernetzung der EVUs untereinander und Initiierung gemeinsamer Qualifizierungsaktivitäten.
  4. Das Projekt Fokus Verkehrsverträge entwickelt Verkehrsvertragsregularien, die geeignet sind, die Personalproblematik zu reduzieren.
  5. Das Projekt Fokus Ausbildungskostenerstattung hat ­eine Vereinbarung zur Ausbildungskostenerstattung aller NRW-EVU erarbeitet, die die Kontinuität in der Ausbildung stärken sowie Abwerbeversuche verhindern soll und inzwischen von zehn Unternehmen unterzeichnet wurde.

„Der Betrieb muss sichergestellt sein, das ist die Aufgabe aller Beteiligten. Deswegen ist es gut, dass die Branche gemeinsam an Lösungen arbeitet“, sagte NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst bei der Vorstellung des Programms.

Jobkarte mit offenen Stellen in NRW

Wer als Lokführer/in oder Zugbegleiter/in bei den Bahnen in NRW durchstarten möchte, findet in der Jobkarte alle offenen Stellen der Eisenbahnunternehmen. Mit einem Klick auf den jeweiligen Pin gibt es nähere Informationen zur Stelle.

www.wir-machen-das.nrw/jobkarte

Wege zum Traumjob

Um seine berufliche Karriere bei den Bahnen zu starten, gibt es zwei Wege. Der „klassische“ kann direkt nach der Schule beginnen: So veranstaltet unter anderem die Deutsche Bahn Azubi-Castings, bei denen sich Schülerinnen und Schüler über die Möglichkeiten einer Berufsausbildung informieren können. Grundvoraussetzung für eine Bahnkarriere ist eine abgeschlossene Schullaufbahn. Die Ausbildung beginnt bei den meisten Verkehrsunternehmen übrigens im Spätsommer oder Herbst. Bewerbungsstart ist meist schon ein Jahr früher. Eine Ausbildung zum Lokführer (Eisenbahner im Betriebsdienst) beispielsweise dauert drei Jahre.

Die NRW-Bahn­unter­nehmen und NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst haben ihr gemeinsames Engagement zur Fachkräfteausbildung bekräftigt.

Auch für Quereinsteiger, die eine neue berufliche Heraus­forderung suchen, gibt es vielfältige Möglichkeiten. Durch Weiter­bildungen kann man sich unter anderem zum Lokführer, Kundenbetreuer, Fahrdienstleiter oder Elektrotechniker qualifizieren. Die Kosten für die Aus- und Weiterbildung übernimmt das jeweilige Unternehmen. Die besten Voraussetzungen für einen Quereinstieg haben Bewerber mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung. Eine Umschulung ist auch im höheren Alter möglich. Wer die Qualifizierung erfolgreich abgeschlossen hat, profitiert von den vielen Vorteilen, die die Bahnbranche zu bieten hat. Dazu gehören ein langfristig sicherer Arbeitsplatz, attraktive Konditionen, ein heimatnaher Einsatz sowie individuelle Weiterbildungen mit vielfältigen Qualifikationsmöglichkeiten. Die Umschulung dauert neun bis zwölf Monate.

Infos zu den Berufsprofilen unter
www.wir-machen-das.nrw

Fokus Bahn NRW

„Fokus Bahn NRW“ ist eine Gemeinschaftsinitiative der SPNV-­Unternehmen und der Aufgabenträger in NRW unter Federführung des Landes-Verkehrsministeriums. 2017 unterzeichneten Abellio Rail NRW, DB Regio NRW, Keolis, National Express, NordWestBahn, Regio­bahn und WestfalenBahn die Agenda.

Eine freiwillige Selbstverpflichtung, mit der sich die Wettbewerber jenseits der Ausschreibungssituationen zu einem fairen Miteinander und zur Zusammenarbeit im Sinne der Fahrgäste bekannt ­haben. Die Initiative wurde 2018 um die drei NRW-Aufgabenträger Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR), ­Nahverkehr Rheinland (NVR) und Nah­verkehr Westfalen-Lippe (NWL) sowie um die Unter­nehmen Rurtalbahn, Trans Regio und Vias erweitert und hat ihre ­Aktivitäten im Januar 2019 zum ­Programm ­Fokus Bahn NRW zusammengeführt.

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