ÖPNV-Themen aus aller Welt

30 Jahre Hochgeschwindigkeit – Der ICE feiert Geburtstag

1991 begann in Deutschland ein neues Eisenbahnzeitalter: Am 29. Mai stellte der damalige Bundespräsident ­Richard von Weizsäcker im Bahnhof Kassel-Wilhelmshöhe mit einem symbolischen Knopfdruck die Signale auf Grün für eine neue Ära, die am 2. Juni offiziell begann. Um 5.58 Uhr startete in Hamburg–Altona der ­erste ICE, der um 13.20 Uhr den Hauptbahnhof in München erreichte. „Doppelt so schnell wie das Auto, halb so schnell wie das Flugzeug“ – lautete damals das Motto. Mit der Entwicklung der ICE-Züge wollte die Bahn attraktiver werden. Mehr Passagiere ­sollten schneller und komfortabler ans Ziel kommen als mit den damals vorhandenen Zügen.

Die Planungen für einen Hochgeschwindigkeitszug und für Schnellfahrstrecken begannen schon in den 1970er-Jahren, zu einer Zeit, als Auto- und Flugverkehr stark zunahmen. 1973 begann der Bau der Strecke Hannover-Würzburg, die erste Strecke, die für eine Geschwindigkeit von 250 km/h ausgelegt war. Ab da dauerte es noch einmal zwölf Jahre, bis der Vorläufer der heutigen ICE, der ICE/V, im Jahr 1985 seine erste Probefahrt absolvierte. Mit diesem Versuchszug, der das Design der Serienzüge weitgehend vorwegnahm, wurde die für den Hochgeschwindigkeitsverkehr notwendige Technik erprobt. Die erste Probefahrt ging von München-Freimarn nach Ingolstadt und zurück. Danach fanden viele Testfahrten auf der Strecke Bielefeld – Hamm statt. Vor allem der Abschnitt Brackwede –Neubeckum war für Schnellfahrten vorgesehen. Hier fuhr der ICE/V am 26. November 1985 zwischen Rheda-Wiedenbrück und Oelde erstmals schneller als 300 km/h – exakt waren es 317 km/h. Drei Jahre später stellt der Zug auf der Strecke Fulda – Würzburg den Weltrekord von 406,9 km/h auf. Schneller war zuvor kein Schienenfahrzeug. In Deutschland ist die Geschwindigkeit seither nicht mehr erreicht worden. 

Schon kurz nach der Aufnahme des Hochgeschwindigkeitsverkehrs in Deutschland überquerte der ICE die Grenze in die Nachbarländer. Den Auftakt machte die Schweiz. Im September 1992 wurde die Verbindung Hamburg–Zürich eingeführt. Es folgten die Niederlande, Österreich, Belgien sowie Frankreich und zwischenzeitlich auch -Dänemark. Heute gibt es täglich etwa 100 ICE–Verbindungen in die Nachbarländer, viele davon im Zwei-Stunden-Takt und bis zu achtmal pro Richtung.

Beim Start des ICE-Betriebes gab es 19 Züge, die 13 Bahnhöfe bedienten. 30 Jahre später sind es 330 Züge, die 250 in- und ausländische Bahnhöfe anfahren und auf 30 Linien unterwegs sind. Über 1,5 Milliarden Fahrgäste sind in den drei Jahrzehnten mit ICE-Zügen gereist.

Für Wartung und Instandhaltung sorgen zehn ICE-Werke. Zum Vergleich: 1991 gab es lediglich das Werk in Hamburg-Eidel-stedt. In den Werken werden die Züge auf Herz und Nieren überprüft, innen und außen gereinigt und so fit für die nächste Fahrt gemacht. Der Großteil der Arbeiten findet nachts statt, damit tagsüber so viele Züge wie möglich im Einsatz sein können. Insgesamt kümmern sich etwa 5700 Mitarbeitende um die gesamte Flotte des Fernverkehrs. 

1991: InterCityExpress 1 (ICE 1) Blick in einen Mittelwagen 2. Klasse der Bauart Bvmz 80 2
Ein wenig besetzter Zug im April 2020
ICE 3 der Baureihe 403 „Herford“ (vorne) und „Siegen“ (hinten) in München Hbf.
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Elke ­Büdenbender im Gespräch mit dem ICE Lokführer beim Festakt anlässlich des 30jährigen Jubiläums des ICE.

Im Laufe der Jahre fuhren auch zahlreiche royale Gäste mit dem ICE. 1992 war es die britische Königin Elisabeth, ein Jahr später der damalige japanische Kaiser Akihito. Aber auch Kronprinz Haakon und Prinzessin Mette-Marit aus Norwegen (2019) oder das britische Thronfolgerpaar William und Kate (2017) lernten den Reisekomfort des ICE schon kennen und schätzen.

Mit der Geschichte des ICE ist aber auch das schwerste deutsche Eisenbahnunglück der Nachkriegszeit verknüpft. Am 3. Juni 1998 starben bei der Entgleisung eines ICE bei Eschede 101 Menschen, 105 wurden teilweise schwer verletzt.

Heute ist der ICE das Rückgrat des DB-Fernverkehrs und steht nicht mehr nur für schnelle Reisezeiten und hohen Reisekomfort, sondern ist auch Symbol für klima-freundliches Reisen und grüne Mobilität. Ein Grund dafür ist, dass der Fernverkehr der Deutschen Bahn (DB) mit 100 Prozent Ökostrom fährt und die Metropolen ohne Stau verbindet. „Der ICE ist ein wesentlicher Faktor für die Mobilitätswende. Ohne ihn wäre das Ziel, die Fahrgastzahlen im Fernverkehr in den nächsten Jahren auf 260 Millionen Reisende zu verdoppeln, nicht zu erreichen“, sagt Dr. Richard Lutz, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bahn.

Auf deutschebahn.com/30jahreice sind umfangreiche Informationen, Grafiken und Fotos zur Geschichte des ICE, zum Streckennetz und den einzelnen Baureihen verfügbar.

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