Für Fahrgäste in Westfallen-Lippe

// NWL Erleben

bei Problemen im ÖPNV

Millionen Menschen nutzen täglich Bus und Bahn. Dass es dabei zu Problemen kommen kann, liegt in der Natur der Sache. Gründe, sich zu beschweren, gibt es ­genug – angefangen bei Ausfällen und Verspätungen über schlechten Service und fehlende Informationen bis hin zum vermeintlichen „Schwarzfahren“. Um einen Streitfall zwischen Fahrgast und Verkehrsunternehmen möglichst gütlich beizulegen, gibt es die Schlichtungsstelle Nahverkehr. Dort kümmern sich sechs Fachleute um die Anliegen der Fahrgäste.

 

Bevor allerdings ein Antrag bei der Schlichtungsstelle gestellt wird, sollte der Fahrgast erst einmal mit dem Verkehrsunternehmen in Kontakt treten. Fällt die Antwort des zuständigen Unternehmens nicht zur Zufriedenheit des Fahrgastes aus, so kann er sich an die Schlichtungsstelle wenden, die – wenn sie die Beschwerde aufgrund der Sach- und Rechtslage für ganz oder teilweise begründet hält – tätig wird. Die Schlichtungsstelle erarbeitet einen Vorschlag für einen gütlichen Interessenausgleich, der aber keine bindende Wirkung für die Beteiligten hat. Oft wird allerdings ein Kompromiss gefunden. Der Service der Schlichtungsstelle ist kostenfrei.

 

Die Zahl der Anfragen und Beschwerden ist Schwankungen unterworfen, die ins­besondere durch unterschiedliche Witterungsverhältnisse und die Anzahl an Baustellen im Schienennetz stark beeinflusst werden. Waren es im vorigen Jahr insgesamt 2011 Beschwerden verzeichnete die Schlichtungsstelle im ersten Halbjahr 2017 bereits den Eingang von 2033 Anträgen.

 

Über die Hälfte der Anfragen drehen sich um das Tarifangebot. Der mit Abstand häufigste Beschwerdegrund ist dabei das sogenannte erhöhte Beförderungsentgelt („Schwarzfahren“), das derzeit 60 Euro beträgt. Und zum „Schwarzfahrer“ wird man schnell. Hat man bei einer Kontrolle beispielsweise ein falsches, nicht entwertetes oder unleserliches Ticket, wird das erhöhte Beförderungsentgelt ebenso verlangt wie beim Vergessen der Monatskarte, dem Einsteigen ins falsche Abteil oder wenn ein Automat streikt. Zusammen mit den Beschwerden über Unpünktlichkeit und Ausfälle, die im vorigen Jahr zusammen ­einen Anteil von 22 Prozent ausmachten, stellt dieser Beschwerdegrund den größten Anteil der Arbeit der Schlichtungsstelle dar.

 

Aber auch Erstattungswünsche bei Zug­ausfällen oder Verspätungen sind für die Fahrgäste Grund genug, einen Schlichtungsantrag zu stellen. Dabei beziehen sich viele der Anfragen und Beschwerden auf die Auslegung der seit 2010 für die Fahrgäste des Nahverkehrs in NRW geltenden Mobilitätsgarantie NRW. Insbesondere die Definition der höheren Gewalt (Streik, Unwetter, Naturgewalten und Bombendrohungen), bei der die Mobilitätsgarantie NRW nicht zur Anwendung kommt, ist häufig strittig zwischen Kunden und Verkehrsunternehmen. Denn: 2013 hat der Europäische Gerichtshof entschieden, dass beispielsweise schlechte Witterungsverhältnisse keine Rechtfertigung für Bahngesellschaften sein dürfen, Ansprüche zu verweigern. Fahrgäste, die aufgrund von Zugausfällen oder Unpünktlichkeiten mehr als eine Stunde später an ihr Ziel kommen, können nämlich Geld zurückverlangen. Das gilt im Fernverkehr und im Nahverkehr gleichermaßen. Dazu zählen auch Privatbahnen und S-Bahnen.

 

Neben ihrer Tätigkeit als Ansprechpartner für Fahrgäste und Schlichter ist die Schlichtungsstelle auch in verschiedene Fachgremien eingebunden. Ein besonderes Anliegen ist aktuell, geflüchteten Menschen den Einstieg in den ÖPNV zu erleichtern und ihnen bei Problemen unter anderem auch durch entsprechende Schlichtungsvorschläge zu helfen.

 

Mehr Informationen unter www.schlichtungsstelle-nahverkehr.de

Neutraler Partner

Seit 2001 kümmert sich die Schlichtungsstelle um die Probleme der Bus- und Bahnkunden. Seit November 2007 wird sie vom Verein „Schlichtungsstelle Nahverkehr e. V.“ mit Sitz in Düsseldorf als unabhängige Einrichtung betrieben. Der Verein dient dem Zweck, Streitfälle zwischen Verkehrsunternehmen und Fahrgästen in Nordrhein-Westfalen zu schlichten und dadurch den öffentlichen Personennahverkehr zu fördern. Zu den Mitgliedern des Vereins gehören die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) und zahlreiche Verkehrsunternehmen aus NRW. Seit 2012 wird die Schlichtungsstelle zu 70 Prozent aus Landesmitteln und zu 30 Prozent durch die im VDV NRW organisierten Bahn- und Busunternehmen finanziert.

 

Sie können die Schlichtungsstelle Nahverkehr wie folgt erreichen:

Postanschrift:

Schlichtungsstelle Nahverkehr
Mintropstraße 27
40215 Düsseldorf

Telefon: 0211/38 09 380 (montags bis donnerstags 10.00 bis 12.00 Uhr)

Email: info@schlichtungsstelle-nahverkehr.de

 

 

 

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