Für Fahrgäste in Westfallen-Lippe

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Der Rocker mit der sozialen Ader

Interview mit dem Musiker und Bundesverdienstkreuzträger Peter Maffay

Peter Maffay (68) ist in Rumänien geboren, kam als fast 14-Jähriger ins bayerische Waldkraiburg und lebt heute in Tutzing am Starnberger See. Musikalisch begann sein Höhenflug 1970. Seitdem hat er über 45 Alben veröffentlich, 17 davon schafften es an die Spitze der Charts. Neben der Rockmusik feiert Peter Maffay zudem mit „Tabaluga“ große Erfolge. Schon seit Jahren engagiert er sich sozial und hat eine eigene Stiftung. Für sein Engagement hat er viele Auszeichnungen erhalten, darunter das Bundesverdienstkreuz. Im November hat der Vollblut-Musiker das Akustik-Album „MTV Unplugged“ veröffentlicht, auf dem er zusammen mit Gästen Songs von 1970 bis heute in neuem Gewand präsentiert. Im Frühjahr geht Peter Maffay mit seiner Band auf große MTV­Unplugged-Tour durch Deutschland.

 

Ein Akustik-Album fehlte noch in Ihrer Sammlung. Haben Sie sich mit „MTV Unplugged“ einen Traum erfüllt?

Ein MTV Unplugged-Konzert ist die Königsdisziplin für jeden Künstler, weil es darum geht, Musik in ihrer reinsten Form zu präsentieren, ohne elektronische Hilfsmittel und ohne Verstärker. Unplugged, das heißt, wirklich ALLES ist live. Jeder Ton entsteht genau in dem Augenblick, in dem wir ihn hören und wird live auf einer CD oder einer DVD für immer festgehalten.

 

Sie haben Hunderte von Songs kreiert. Wie schwer war es, die 24 Titel für das ­Album auszuwählen, und wie verlief der Entscheidungsprozess?

Sehr schwer. Glücklicherweise musste ich das nicht allein im stillen Kämmerchen entscheiden. Ich habe ja wunderbare Kollegen, mit denen ich schon sehr lange zusammenarbeite. Meine Band und ich haben gemeinsam überlegt, welche Songs wir nehmen wollen. Jeder durfte Vorschläge machen. Aus anfänglich 60 Vorschlägen blieben 24 Songs über, auf wir uns schließlich verständigt haben.

 

Ab Mitte Februar 2018 gehen Sie auf große Deutschlandtour. Bislang stehen 22 Konzerte im Terminkalender, darunter auch am 25. Februar im Gerry Weber Stadion in Halle/Westfalen. Wird das ­Ihre letzte Tour sein?

Nein, wie kommen Sie denn darauf?

 

Sie sind in einem Alter, in dem sich viele bereits zur Ruhe gesetzt haben. Sie hingegen sind noch viel unterwegs. Motorradfahren ist eine Leidenschaft von Ihnen. Das thematisieren Sie auch in einigen Ihrer Lieder, beispielsweise in „Gelobtes Land“. Haben Sie eigentlich genug Gelegenheiten, Ihrer Leidenschaft nachzugehen?

Ich stecke oft in einem Konflikt: Motorrad oder Mountainbike? Beides macht mir Spaß. Biken ist aber zusätzlich noch gut für die Gesundheit und die Fitness. Wenn also – wie jetzt – eine Tour bevorsteht, dann entscheide ich mich häufiger für das Radfahren, um etwas für meine Ausdauer zu tun.

 

„Ich habe in meinem Leben viel Glück gehabt. Für mich resultiert daraus eine Verantwortung, der Gemeinschaft etwas zurückzugeben, mich einzusetzen und einzubringen.“

Tattoos, Lederkluft, eine Harley und Mitglied im Motorradclub Zombies Elite MC in Nürnberg – wie viel Rocker steckt in Peter Maffay?

Eine ganze Menge. Wir sind ein Haufen von Leuten, die gerne Motorrad fahren, die sich gut verstehen und so etwas wie eine Ersatzfamilie bilden. Das ist echt cool. Auf die Jungs kann ich mich verlassen. Kürzlich hatten wir einen Tag der offenen Tür in Dietlhofen, wo unsere Stiftung gerade ein neues Feriendomizil für vernachlässigte und benachteiligte Kinder baut. Da gab es viel zu tun. In solchen Situationen sind meine Freunde aus meinem Motorradclub zur Stelle und packen mit an. Ich mache das aber natürlich auch, wenn einer von denen Unterstützung braucht.

 

Sie beziehen zu gesellschaftlichen Themen klar Stellung und engagieren sich sozial sehr stark. Sie setzen sich für benachteiligte Kinder ein, für Artenvielfalt, für die Umwelt und für mehr Toleranz. Was treibt Sie an, sich so stark zu engagieren?

Ich habe in meinem Leben viel Glück gehabt. Für mich resultiert daraus eine Verantwortung, der Gemeinschaft etwas zurückzugeben, mich einzusetzen und einzubringen. Außerdem sind die Möglichkeiten zur Öffentlichkeitsarbeit und Vernetzung in meinem Beruf sehr gut. Die nutze ich dafür so gut es geht.

 

Welche Pläne haben Sie noch für die Zukunft?

Könnten Sie das Wörtchen „noch“ bitte streichen? Ich habe viele Pläne. Nächstes Jahr möchte ich Songs für ein neues Studioalbum schreiben und einspielen. In Dietlhofen soll eine Veranstaltungsscheune entstehen, in der Künstler zusammenkommen können, aber auch Experten und Menschen, die an den gesellschaftlich wichtigen Themen unserer Zeit interessiert sind.

 

Und welche Zukunftspläne hat der kleine grüne Drache Tabaluga?

Der hat große Pläne, bei denen ich ihm ein bisschen unter die Flügel greifen muss: Er kommt 2018 ins Kino.

 

Ausgewählte Tourtermine 2018

16.02. Hannover, TUI Arena

25.02. Halle (Westf.), Gerry Weber Stadion

26.02. Düsseldorf, ISS Dome

28.02. Dortmund, Westfalenhalle 1

02.03. Oberhausen, König-Pilsener-ARENA

17.03. Köln, LANXESS arena

 

Tickets gibt es bei allen bekannten Vorverkaufsstellen und bei www.eventim.de

 

 

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